Heidi Klum feierte dieses Jahr den vierten Hochzeitstag mit ihrem Göttergatten Seal in Malibu. Das Motto der Party: "We got trashed", sehr frei übersetzt: "Wir sind Proleten geworden." Das heißt: Alle trugen Ed Hardy. Die quietschbunt bedruckten Shirts, Hosen, Kappen und Gummistiefel von Ed Hardy werden en masse produziert, sind aber gleichzeitig zu teuer für die Massen. Für jene, die sich die Mode leisten können, ist es der Flirt mit dem Abenteuer, Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Und ein bisschen Jahrmarktdekor: Bulldoggen und Kobras, von Dolchen durchstochene Herzen.
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Das Imperium des Christian Audigier, der 2004 die Rechte für die Motive des Tattoo-Künstlers Ed Hardy erworben hat, trifft mit seinen Totenköpfen und Rosen und wenig originellen Sprüchen ("Liebe tötet langsam") auch den Geschmack vieler Stars. Britney Spears, Madonna, P. Diddy oder Paris Hilton sind nur einige berühmte Fans des Labels. Audigier selbst sieht das als Marketingstrategie: "Promis sind sehr wichtig. Die Prominenten helfen mir, mein Label bekannter zu machen. Ich muss nicht so viel Werbung machen, weil die Stars regelmäßig meine Sachen tragen und darin fotografiert werden."
Don Ed Hardy, der Schöpfer dieser Designs, staunt währenddessen über die Renaissance seiner Tattoo-Entwürfe, die seit fünf Jahren auf Audigiers T-Shirts und Hosen, Jacken und Schuhen ein Comeback erleben. Hardy war einer der ersten Europäer, der 1973 Zutritt zu einem traditionellen japanischen Tattoo-Studio erhielt. Der Tätowiermeister Horihide nahm ihn unter seine Fittiche, und Hardy begann, den hoch entwickelten, detailliert-kunstvollen Stil der japanischen Hautkunst mit dem comicartigen Stil der amerikanischen Tätowierer zu verschmelzen. Hardy tätowierte japanische Yakuza-Gangster und markierte raubeinige Seemänner fürs Leben. Audigier münzte die ursprünglichen traditionellen Motive in "Bling Bling" um: in auffällige Motive, verziert mit Glitzersteinen und Pailletten in rauen Mengen.
Auch wenn sie billig wirkt - günstig ist Audigiers Mode nicht: Zwischen 99 und 199 Euro kosten die T-Shirts von Ed Hardy, Kapuzenpullis gibt es für 350 Euro. Das haben die Seemänner und Kleinganoven in Eds Tattoo-Laden einst günstiger bekommen.





